Für Loewy war das Design nicht allein maßgebend. Er sah den Beruf des Formgestalters komplexer. Er erforschte den Markt und die Wünsche und Bedürfnisse der Verbraucher: Neben dem Design standen gleichberechtigt die Anforderungen an Benutzerfreundlichkeit, Gebrauchstüchtigkeit, Herstellungskosten und Verkaufspreis.
"He streamlines the sales curve" schrieb 1949 das amerikanische Nachrichtenmagazin "Time" in Anlehnung an sein Stromlinien-Design über Loewy. "Design Management" und "Design Consulting" waren bereits in den 40er Jahren Bestandteil seiner Philosophie.
"Never leave well enough alone", so formulierte Raymond Loewy 1951 in seiner Autobiografie. Als das Buch 1953 unter dem Titel "Hässlichkeit verkauft sich schlecht" in Deutschland erschien, wurde es auch hier ein Bestseller. Für Nachrichtenmagazine wie "Time" und "Spiegel" jeweils Anlass, Raymond Loewy und seinem "Feldzug gegen den schlechten Geschmack" Titelgeschichten zu widmen.
Loewy, dessen Stromlinien-Styling zum Konsummotor der westlichen Welt avancierte, bezeichnete sich selbst als "Apostel der Schlichtheit und Zurückhaltung". Gleichzeitig sagte er selbstbewusst: "Ich kann von mir behaupten, ich habe den Alltag des 20. Jahrhunderts schöner gemacht."
Loewys Prinzip - Schönheit durch Funktion und Vereinfachung - entspricht noch immer den Erfordernissen industrieller Produktion. Seine Arbeiten beeinflussen noch heute Designer- und Konsumentenentscheidungen.

Im Jahr 1953 hebt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" Raymond Loewy auf das Titelblatt einer Ausgabe.