Martin Hilpoltsteiner entwickelte für seine Abschlussarbeit im Studiengang Gestaltung unter dem Titel „Recreating Movement“ ein interaktives Designwerkzeug zur Untersuchung von Filmsequenzen im dreidimensionalen Raum, wodurch neue Einblicke in die Struktur von Filmmaterial und insbesondere Bewegungsabläufe ermöglicht werden.
Oft nur Bruchteile einer Sekunde lang ist die Filmsequenz eines Aufschlages beim Tennis oder des Aufpralls eines Autos beim Crash-Test. Doch dabei handelt es sich um komplexe Bewegungsabläufe, die nur durch hunderte von Einzelbildern sichtbar werden. Das von Martin Hilpoltsteiner im Rahmen seiner Abschlussarbeit neu entwickelte Computerprogramm ermöglicht mit Hilfe verschiedener Filter und Einstelloptionen die Extraktion dieser Einzelbilder und ordnet sie in einem dreidimensionalen Raum hintereinander an. Es entsteht ein schlauchartiger Komplex von Bildern, der eine bestimmte Zeitspanne des Films sozusagen einfriert. Der Betrachter kann mit Hilfe der Computertastatur durch die Bildfolge wandern, jede beliebige Ansicht der Bildfolge wählen und über eine eingeblendete Menüleiste direkten Einfluss auf die Darstellung nehmen. So können beispielsweise Farbbereiche eines Bildes entfernt und damit das Hauptmotiv freigestellt werden. Ein komplexer Bewegungsablauf wird damit zu einer Informationsgrafik, die dem Designer neue Einblicke in Formen und ihre Veränderung gewährt sowie vergleichbare Größen zeitgleich nebeneinander abbildet.
Jonas Kartenbeck, der Kommunikationsdesign studiert, hat am Beispiel von neun, heute noch utopisch scheinenden Objekten seine Überlegungen zu Problemlösungen des Alltags beschrieben und gestaltet. Dabei wendet er sich bewusst und mit einer Prise Humor gegen allzu pessimistische und bedrohliche Zukunftseinschätzungen. Frei nach dem Motto: was heute denkbar ist, wird morgen machbar sein, betitelt er seine Arbeit mit „HeuteMorgen oder die Wiederentdeckung des optimistischen Zukunftbildes.“
Die fluoriszierende Pflanze „Glühblüh“ als Wohnzimmerlampe? Ein ICE, der wahlweise zum Airbus und damit zum „Flugzug“ mutiert? Jonas Kartenbeck hat mit einem Augenzwinkern solch’ phantastischen Ideen in seiner Diplomarbeit Gestalt gegeben. Auch wenn entsprechende Machbarkeitsstudien sicherlich noch einige Zeit auf sich warten lassen, so möchte Kartenbeck mit seinen Vorschlägen vor allem eines: Hoffnung machen durch einen positiven Gegenentwurf zu so düsteren und bedrohlichen Zukunftsvisionen, wie sie heute in Science-fiction-Filmen wie „Matrix“ oder „The day after tomorrow“ zum Ausdruck kommen. Entstanden sind dabei traumhafte Lösungen für das wachsende Bedürfnis nach Mobilität und Kommunikation, aber auch die damit einhergehenden großen und kleinen Probleme. So könnte ein „Apparkment-Haus“, ein kombiniertes Park- und Hochhaus, das den eigenen Pkw mit Hilfe eines außen angebrachten Fahrstuhlsystems auch noch im obersten Stock vor der Wohnungstür parken lässt, künftige Architekten begeistern. Oder die Automobilindustrie rüstet demnächst ihre Modelle mit einem zusätzlichen „Air-Bag“ aus, der im wahrsten Sinne des Wortes als Ballon über einer möglichen Unfallstelle schwebt, sie auch aus weiter Entfernung sichtbar macht und damit das gute alte Warndreieck ersetzt.