Lucky Strike Junior Designer Award 2013

29.11.2013 / Redaktion

Die Gewinner des Lucky Strike Junior Award 2013, Jon McTaggart (li.) und Christian Holweck (re.)

In diesem Jahr geht der Lucky Strike Junior Designer Award, die begehrteste Auszeichnung für Nachwuchsdesigner in Deutschland, an zwei Hochschulabsolventen: Jonathan McTaggart von der Köln International School of Design und Christian Holweck von der Hochschule für Gestaltung Pforzheim erhielten den mit insgesamt 12.000 Euro dotierten Preis am 14. November im Designcenter stilwerk in Hamburg. Mit dem Lucky Strike Junior Designer Award würdigt die Raymond Loewy Foundation, 1991 von British American Tobacco gegründet und seit 2013 unter stilwerk-Führung, zum 22. Mal herausragende Abschlussarbeiten von Designstudenten.

Die Jury unter Vorsitz von Prof. Johann Tomforde hatte in diesem Jahr unter 130 Arbeiten auszuwählen. Dabei haben beide prämierten Arbeiten einen gemeinsamen Nenner: Sie loten das Verhältnis von Mensch und Maschine neu aus.

Jonathan McTaggart, geboren 1984 in Israel, überzeugte die achtköpfige Jury mit seiner Bachelorarbeit „Analog Layer“. Während seines Studiums des „Integrated Design“ an der Köln International School of Design untersuchte der Nachwuchsdesigner das Kommunikations- und Interaktionsverhältnis von Mensch und Maschine. Sein Résumé: Während Maschinen einen digitalen Informationsfluss nutzen, agieren Menschen analog, also stufenlos miteinander. Entstanden ist ein Versuchsroboter mit einer gefalteten Papiermembran, der beispielhaft als Staubsaugerroboter dient. Er passt sich der Kommunikation des Menschen an – beim Aufsaugen bläht er sich auf und signalisiert so, dass er voll ist. Wie der Körper eines Menschen gibt die Maschine zu erkennen, was sie gerade tut oder was ihr fehlt – nachvollziehbar und intuitiv verständlich. Dieser analoge Informationsfluss, wie McTaggart den Vorgang nennt, ermöglicht eine unmittelbare Kommunikation von Mensch und Maschine und verringert deren Entfremdung in einer zunehmend digitalen Welt.

Der 1987 in Ludwigshafen geborene Christian Holweck punktete bei der Jury mit seiner Bachelorarbeit „Auf der Suche nach dem verlorenen Bezug zur Bewegung“, die er im Zuge seines Studiums des „Transportation Design“ an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim ablieferte. In seinem Abschlussprojekt legt Holweck seinen Fokus auf das Phänomen von Bewegung und ihrer Wahrnehmung während der Autofahrt. Wie kann man in den heutigen Automobilen, deren Ziel eine möglichst optimale Abschottung zur Außenwelt ist, die reale Geschwindigkeit noch spüren? Die Kommunikation zwischen Fahrer und Automobil funktioniert auch hier nur noch digital über den Tacho oder andere Interfaces. Dieser Entfremdung will Christian Holweck mit seinem Projekt entgegensteuern. Der Innenraum soll auf jeden äußeren Einfluss mit einer Veränderung reagieren und so wieder die Sinne des Fahrers unmittelbar ansprechen. Er entwickelte ein Modell aus sich überlappenden Moiré-Mustern, welches dieses von außen geprägte Raumgefühl darstellt. Von Innen wird der Übergang zur Außenwelt fließend. Bewegung wird wieder erlebbar gemacht und ein völlig neues Raummodell für zukünftige Automobile wird aufgezeichnet.

Insgesamt beteiligten sich 42 Hochschulen an dem renommierten Wettbewerb. Neben den zwei Gewinnern des Lucky Strike Junior Designer Award 2013 zeichnet die Raymond Loewy Foundation 22 weitere Arbeiten mit einer „Besonderen Anerkennung“ aus. Award und Auszeichnungen sind eine anerkannte Eintrittskarte in den Designerberuf.


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Unter diesem Account bloggt das Team der Raymond Loewy Foundation und unterstützt die Jury, das Kuratorium und Gäste des Blogs bei ihren Beiträgen.

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