Unsere “Hall of Fame”

09.11.2010 / Redaktion

Stefan Sagmeister - Preisträger des Lucky Strike Designer Award 2009. Foto: Elias Wessel

Am Donnerstagabend wird Paola Antonelli in Berlin mit dem Lucky Strike Designer Award 2010 ausgezeichnet. Bevor die Chefkuratorin des MoMA den Award in der Hand hält, ist das für uns noch mal der Augenblick zurück zu schauen und unsere bisherigen 19 ausgezeichneten Preisträger Revue passieren zu lassen.

2009

Stefan Sagmeister. Der Star der internationalen Grafikdesign-Szene und Grammy-Gewinner. Seine CD-Cover für Lou Reed, Rolling Stones und Talking Heads haben Kult-Status. Furore machte Sagmeister weltweit auch mit Ausstellungen und experimentellen Projekten. Seine 2008 als Buch veröffentlichte Sammlung von Leitsätzen mit dem Titel „Things I have learned in my life so far“ ist ein Bestseller in der internationalen Designszene.

2008

Ken Adam. Der in London lebende zweifache Oscar-Preisträger gilt als bedeutendster Production-Designer des modernen Films. Seine spektakulären Sets u. a. für die James-Bond-Klassiker haben Filmgeschichte geschrieben. Ken Adam ist ein Gestalter filmischer Illusionen, dessen Bilder, Räume und Produkte im kollektiven Gedächtnis ganzer Generationen wach bleiben.

2007

Dieter Rams. Wohl der einflussreichste Industriedesigner Deutschlands. Ob Radio oder Plattenspieler, Haartrockner oder Elektrorasierer, Tischfeuerzeug oder Taschenrechner, Sessel oder Türgriff – wohl jeder hat schon mal ein von Dieter Rams gestaltetes Produkt in seinen Händen gehabt. Die Ästhetik und die Konsequenz des Designs von Rams setzten weltweit Maßstäbe. Sein Werk wurde international zum Synonym für innovatives Design aus Deutschland – und ist bis heute Vorbild für viele Designer. Etwa Jonathan Ive, Chefdesigner von Apple.

2006

Ferran Adrià. Der spanische Koch würzt mit Holzkohleöl, erschafft heißes Eis, formt Olivenöl zu Bonbons und injiziert Eiern vor dem Kochen Kaviarpaste. Er bearbeitet Rohgemüse mit High-tech aus der Medizintechnik und befüllt Salzstreuer mit duftendem Kunstnebel. Adrià zerlegt Zutaten in ihre Grundstoffe und setzt sie zu spektakulären Neukompositionen wieder zusammen. Mit der Preisvergabe an Ferran Adrià wird zum ersten Mal die Designleistung eines Kochs gewürdigt.

2005

John Maeda, Vordenker von „Simplicity“ und Professor an der Elite-Universität MIT „Massachusetts Institute of Technology“. Maeda setzt mit seiner Arbeit neue Maßstäbe für Design, Informatik und Kunst. Mit seinen teils philosophischen, teils technologiekritischen Überlegungen über Simplicity hat er einen regelrechten Boom des Simplicity-Gedankens heraufbeschworen.

2004

Philippe Starck, der seit rund 25 Jahren überaus erfolgreich mit Produktdesign, Interieurgestaltung und Architektur den Lebensstil vieler Menschen geprägt hat, unter anderem mit weltbekannten Produkten wie der Zitronenpresse „Juicy Salif“ für Alessi oder Möbel und Alltagsgegenstände für Hersteller wie Kartell, Fossil, Duravit oder Cassina.

2003

Kenji Ekuan. Er hat als Industriedesigner das zeitgenössische japanische Design und dessen Qualität weltweit populär gemacht hat. Beispiele seines Schaffens sind die Kikkoman-Sojaflasche oder der Zug „Komachi“ der East Japan Railway Company.

2002

Patrick le Quément. Der Chefdesigner von Renault setzt im Automobildesign völlig neue und wegweisende Maßstäbe. Erfolgreiche Beispiele hierfür sind die Autos „Avantime“, „Vel Satis“ und „Mégane“.

2001

Michael Ballhaus. Im internationalen Filmgeschäft zählt er als Director of Photography zu den anerkanntesten Kameramännern Hollywoods. Sein Markenzeichen ist die von ihm kreierte 360-Grad-Kamerafahrt. Er arbeitete mit Regisseuren wie Martin Scorsese für „GoodFellas“ zusammen und erhielt bereits zwei Oscar-Nominierungen für die Filme „Broadcast News“ (1987) und „The Fabulous Baker Boys“ (1989).

2000

Ingo Maurer. In Anerkennung seiner langjährigen Arbeiten für eine technisch wie atmosphärisch hervorragende Lichtgestaltung. Hierzu zählen unter anderem die Leuchte „Lucellino“, die Flügel aus Taubenfedern ziert, oder die Lichtinstallation der Münchener U-Bahn U1 in der Station Westfriedhof.

1999

Donna Karan. Die Designerin erhält die Auszeichnung für ihr ebenso komplexes wie erfolgreiches Design-Management und Branding ihrer erfolgreichen Modemarke DKNY. Das Label bot als eines der ersten „Systematic Fashion“ an, das heißt, jedes Teil passt zum anderen, von der Business- bis zur Abendgarderobe.

1998

Phoenix Design (Andreas Haug und Tom Schönherr). Phoenix Design arbeitet für Kunden und Marken wie Hansgrohe und Kaldewei, Viessmann, Lamy und Loewe. Dabei kreierten sie Designklassiker wie die Badarmaturen „Axor Arco“ für Hansgrohe oder die „Accent“-Füller und Kugelschreiber für Lamy.

1997

Bruno Sacco. Der Leiter des Bereichs Design im Geschäftsfeld Personenwagen der Daimler-Benz AG. Das Design von Bruno Sacco demonstriert stets wirtschaftliche Bedeutung, technische Kompetenz und die innovative Kraft von Design, wie beispielsweise die Einführung der Mercedes S-Klasse im Jahr 1979 zeigt.

1996

Peter Lindbergh. Ein Fotograf, der sich mit seinen eindrucksvollen Fotos aus der Mode- und Werbewelt – unter anderem von den Models Claudia Schiffer, Nadja Auermann und Linda Evangelista – internationale Anerkennung erworben hat. Er arbeitet für weltbekannte Designerlabels wie Donna Karan, Calvin Klein und Giorgio Armani.

1995

Kurt Weidemann. Als Buchgestalter, Typograph, Grafikdesigner und Berater großer Unternehmen wie Daimler-Benz und Deutsche Bahn übernimmt Weidemann eine wichtige Mittlerfunktion zwischen Designkultur und Wirtschaft. Er kreierte dabei beispielsweise das Re-Design des Mercedes-Sterns.

1994

Rolf Fehlbaum. Für sein Engagement um Vitra und ein kluges Design‑Management mit beispielhafter sozialer, ökonomischer und kultureller Wirksamkeit ausgezeichnet. Er plant und unterstützt Design-Ausstellungen und hat mit dem Vitra Design Museum eine wirksame und anschauliche Aufmerksamkeit für das Unternehmen Vitra und für das Design geschaffen.

1993

Karl Lagerfeld. Für seine außergewöhnliche Kompetenz im Design-Management und für seine präzise Demonstration der Komplexität von Design. Mit der Leistung Karl Lagerfelds als Modedesigner für Häuser wie Chloé und Chanel wird deutlich, dass sich Design nicht nur auf Produkt- oder Grafikdesign bezieht, sondern auch auf den Bereich Mode.

1992

Richard Sapper. Schöpfer der weltberühmten „Tizio”-Leuchte und anderer form-vollendeter Objekte. Er kreiert für Hersteller wie Alessi und Artemide Klassiker des modernen Designs.

1991

Hartmut Esslinger. Er ist kreativer Kopf von „frogdesign” und führt Design-Studios in Deutschland, den USA und Asien. Hartmut Esslinger feierte mit Entwürfen für Lufthansa, Hi-Fi-Geräte und die frühen Apple-Computer wie dem „Apple IIc“ internationale Erfolge.

Weitere Informationen zu den bisherigen Preisträgern und dem Lucky Strike Designer Award gibt es hier im Blog und natürlich auf unserer Homepage.


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